Hey, ihr 3D-Druck-verrückten Nerd*innen!
Heute möchte ich euch meinen Ender 3 Pro von Creality vorstellen, bzw. das, was von dem Gerät noch übrig ist.
Vorab muss ich sagen, dass ich eine Hassliebe zu meinem Ender 3 Pro aufgebaut habe – er hat mir beigebracht, den 3D-Druck zu lieben, mich ab und an aber auch an den Rand der Verzweiflung getrieben!
Nicht alle Upgrades waren / sind sinnvoll, aber ich liebe es auch einfach, am Drucker rumzubasteln und auszuprobieren! Mir ist auch bewusst, dass ich im Endeffekt günstiger rausgekommen wäre, wenn ich mir direkt einen etwas höherpreisigen Drucker gekauft hätte – aber ich stehe halt auf DIY und wollte beim Prozess verstehen und lernen!
Eigentlich hat alles ganz harmlos angefangen, mit einem verstopften Hotend, welches dann durch ein Micro Swiss All-Metal Hotend ausgetauscht wurde.
Was mich bei intensiver Nutzung störte, war der Abrieb der V-Slot-Rollen, sodass ich mich entschieden habe, die einzelnen Achsen langsam auf Linearführungen umzubauen – da die einzelnen Layer klar erkennbar waren, habe ich zuerst die Z-Achse angepasst.
Da mich auch OctoPrint reizte, habe ich noch einen Raspberry Pi 4 ins System integriert.
Es folgte ein BL-Touch Auto-Bed-Level-Sensor, welcher mir dann letztendlich bestätigte, dass mein Druckbett mehr als uneben war.
Ein gerades Druckbett von Printbay für den Ender 3 Pro
Daraufhin musste dann natürlich das Druckbett getauscht werden – hier wollte ich ein qualitativ hochwertiges Produkt, also habe ich mich für ein feingefrästes Druckbett von Printbay – in der „all-inclusive“-Variante (mit Heizmatte, Kabelsleeves und Isolierung) zusammen mit dem Blackprint-Magnetsystem sowie den Silikondämpfern entschieden – den Druckbett-Konfigurator für den Ender 3 / Pro / V2 könnt ihr hier finden.
An dieser Stelle muss ich einfach Lob für diesen kleine Shop aussprechen – hochwertige Produkte made in Europe rund um den 3D-Druck – schaut euch einfach mal um!
Auf der GFK (FR4) Druckplatte haftet eigentlich jedes Material (PLA, PETG, ABS, TPU) wirklich bombig, PETG hält manchmal etwas zu sehr. aber Warping hatte ich damit noch nicht – ein gut geleveltes Druckbett vorausgesetzt.
Da das Druckbett aber ziemlich schwer ist und die V-Slot Rollen der Y-Achse schneller abnutzten, als man sie wechseln konnte, habe ich auf der Y-Achse zwei Linearschienen verbaut.
Neue Materialien - neue Probleme!
Nachdem also das Druckbett getauscht war, experimentierte ich mit PETG und ABS. Beim Druck mit ABS stellte sich dann schnell heraus, dass eine Einhausung notwendig ist, um den Bauraum beheizen zu können, da ABS bei ca. 50 Grad Umgebungstemperatur im Hinblick auf die Materialschrumpfung, die Haftung und die Layerhaftung am besten zu drucken ist.
Außerdem störte mich die Positionierung des Mainboards und des Netzteils.
Also habe ich kurzerhand die IKEA-Lack-Variante einer Einhausung für den Ender 3 Pro gewählt und diese etwas auf meine Bedürfnisse angepasst sowie einen „Schaltschrank“, in welchem sich die Elektronik wiederfindet, eingebaut!
Spoiler-Alarm:
Das Ganze ist etwas ausgeartet und ich habe mich ein bisschen… in Kleinigkeiten der Einhausung verrannt – rückblickend betrachtet lässt sich festhalten, dass ich stabiler und wahrscheinlich auch günstiger weggekommen wäre, wenn ich das ganze Konstrukt von Grund auf selbst gebaut hätte – naja, einmal angefangen, wollte ich das Projekt auch beenden! Und auch hier lässt sich sagen, es hat noch lange nicht geendet! 😉
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zum Beispiel bis heute keine Acryl-Seitenscheiben angebracht habe, sondern, sollte ich mal mit ABS drucken (nur bei strapazierfähigen Funktionsteilen), immer noch zurechtgeschnittenen Karton benutze – es ist einfach, günstig und ausreichend! Sobald ich aber einen guten Deal für Acryl-Platten gefunden habe, werde ich das nachholen und mit euch teilen!
Dafür habe ich einen Abluft-Filter eingebaut und LED-Beleuchtung installiert sowie das Display auf die Einhausung verfrachtet! Da ich damals noch keinen eigenen Raum für den Drucker hatte und dieser „mobil“ bleiben sollte, habe ich noch diese Heberollen angebracht, damit der Drucker beim Druck auch stabil steht – keine Panik, ich habe nur ungefähr 30 € für vier Rollen bezahlt – hier lohnt es sich, auch gebrauchte Artikel zu beobachten – ich hatte das Glück, dass die Rollen bei einem anderen Maker nur „rumlagen“ und noch nicht benutzt wurden!
Weitere Upgrades
Als ich mich intensiver mit der Bauteilkühlung beschäftigte, wurde schnell klar, dass das Standard-Fan-Duct des Ender 3 Pro und der Lüfter nicht das Gelbe vom Ei sind.
Schwupps – der Lüfter wurde gegen einen 5015 Sunon Lüfter getauscht und ich habe den „Petsfang Blokhead“ vom Designer „dpetsel“ von Thingiverse gedruckt und installiert.
Super Kühlleistung! Überhänge sind wirklich gut druckbar!
Allerdings kam es mir nun so vor, als ob der gesamte Aufbau rund um das Hotend ziemlich schwer geworden ist und die X-Achse etwas auf der nicht geführten Seite durchhängt – und mir kribbelte es wieder in den Fingern – also habe ich eine zweite Z-Achse installiert und auch die X-Achse auf Linearführungen umgebaut.
Beim Umbau der X-Achse auf Linearführungen habe ich dieses Set von UniTak (Amazon-Link) genutzt, damit ich die Antriebsriemen nicht verlegen musste!
Zum Problem wurde allerdings, dass der Wagen der Linearführung am Ende der Achse nicht aufgehalten wurde und somit drohte, aus der Führungsschiene zu fallen.
Dies würde ein wirkliches Problem darstellen, da die Kugeln im Führungswagen dann herausfallen – wirklich kein Spaß, die findet man nie wieder! 😉
Hierfür habe ich einen kleinen „Prellbock“ modelliert, welchen ihr hier downloaden könnt!
Gedruckt habe ich diesen aus PETG, damit er auch höheren Temperaturen in einer (später folgenden) Einhausung standhält!
Um die Z-Achsen einzeln ansteuern zu können, habe ich das Board dann noch durch ein SKR 2 von Bigtreetech geupgraded! Der Weg zum passenden Mainboard war zwar lang, aber ich habe es geschafft! 😉
Wenn ihr mehr über meinen „Mainboard-Fehlkauf“, welcher eigentlicher gar keiner ist, wissen wollt, dann schaut unbedingt in diesem Beitrag über das SKR Mini E3 V3 von Bigtreetech vorbei!
Die Marlin-Firmware ist selber konfiguriert – ich kann euch nur empfehlen, euch in das Thema einzulesen – es gibt so viele Möglichkeiten den Drucker über die Firmware zu konfigurieren und viele nützliche Funktionen, welche in den pre-kompilierten Versionen meist deaktiviert sind und es zu entdecken gilt!
Zur Fernüberwachung habe ich noch eine USB-Kamera an den Raspberry Pi angeschlossen – die Halterung gefällt mir nur nicht mehr, da ich vom grundlegenden Stil auf schwarz-weiß umgestiegen bin!
Alles in einem Kasten - die Elektronik
Aufgrund eines Kabelbruchs (Stepper-Motor-Kabel) habe ich die gesamten Kabel ausgetauscht. Hierfür habe ich hauptsächlich – vor allem für die Stepper-Motor- und Endstop-Kabel, welche sich permanent beim Druck bewegen – Kabel von IGUS verwendet und die entsprechenden Stecker drangecrimpt!
Außerdem habe ich die verlöteten Enden aller Kabel abgeschnitten und mit Aderendhülsen versehen – abgesehen vom Kabel des neuen Druckbettes, hier waren schon Aderendhülsen angebracht – da sich gerade in Schraubklemmen, wie bei 3D-Drucker-Mainboards üblich, die verlöteten Enden unter dem Druck der Schraube der Klemme verformen, nicht mehr genügend Kontakt zwischen der Klemme und dem Kabel besteht, sich Oxidschichten bilden können und somit eine erhöhte Brandgefahr besteht (siehe dazu auch VDE 0100-520)! Aber auch beim Anbringen der Aderendhülsen ist Vorsicht geboten und es gilt der Rat: Im Zweifelsfall einen befreundeten Elektriker drüber gucken lassen!
Da ich allerdings sowieso die Elektronik des Ender 3 Pro vom Rest des Druckers „abkoppeln“ wollte, habe ich Mainboard, Netzteil und Raspberry Pi in einen Schrank unterhalb des Druckers verfrachtet und noch einen Rauchmelder installiert – wegen der Sicherheit!!!
IKEA Lack und die Stabilität
Das größte Problem der Einhausung für den Ender 3 Pro auf Basis von IKEA Lack-Tischen und dieser grandiosen Compilation druckbarer Teilen vom Designer Woody1978 (die für die Einhausung grundlegenden „LACK enclosure table risers and top supports with wall mounts“ stammen im Original vom Designer „xheathj“) ist allerdings die Stabilität. Obwohl ich die Beine und gedruckten Abstandshalter bereits mit Gewindestangen verstärkt und alles ordentlich verschraubt habe, kam es – vor allem auf Grund des Gewichts des Druckbettes – immer wieder zu Ghosting in Richtung der Y-Achse.
Dies ist meines Erachtens nach der Beschaffenheit der Teile des Lack-Tisches geschuldet, welche hohl und sehr leicht sind! Im Hinblick auf Dämpfung verteidige ich den Grundsatz – „Dämpfung durch Masse“ – Masse fehlt eher bei „hohl und leicht“.
An dieser Stelle habe ich mich sehr geärgert, dass ich nicht direkt hochwertiges Konstruktionsvollholz zum Bau einer Einhausung benutzt habe – auch im Hinblick auf den Brandschutz – daher auch die ganzen „Vorsichtsmaßnahmen“ – aber, was man einmal angefangen hat…
Zur weiteren Versteifung habe ich M10 Gewindestangen als Querverstrebungen im unteren Teil der Einhausung angebracht. Die Halterungen sind passend zur „Ikea Lack Enclosure Creality Ender 3 Compilation“ selbst designt und gedruckt!
Downloaden könnt ihr diese auf Thingiverse!
So, das war er nun im Schnelldurchlauf – mein Umbau des Ender 3 Pro von Creality!
Wenn ihr genauere Infos zu den einzelnen Komponenten wollt oder euch Beiträge zu einzelnen Umbauten im Detail interessieren würden, schreibt es unten in die Kommentare.
Euer 3D-Druck-Erwin!




Hello Erwin,
the thingiverse link is no more valid (as of July 6th 2023). I would like to print m10 brackets, Could you be so kind and update the link? Thanks in advance, Jaroslav
Hey Jaroslav,
my apologies and thanks for the tip – I’ve updated the links!
Thank you for your interest and reading my post!
Greetings and have a great day!